Helene Simons

* 07.10.1879 in Breslau deportiert am 20.11.1941
ermordet in Kaunas am 25.11.1941
Bayerstraße 25

Stolperstein verlegt am 03.07.2016


Helene Simons, geborene Deutschmann, kommt am 7. Oktober 1879 im schlesischen Breslau zur Welt. Ihr Ehemann stirbt im Ersten Weltkrieg, und so heiratet die ausgebildete Konzertsängerin den zehn Jahre älteren Arzt Ernst Simons. Das Paar lebt in Berlin ; auch diese Ehe bleibt kinderlos.
Nach Ernsts Pensionierung ziehen die beiden Anfang der 1920 er Jahre nach Bad Reichenhall, wo der Sanitätsrat a. D. bis zu seinem Tod im Jahr 1938 zeitweise als Kurarzt wirkt.

Obwohl die Eheleute in den 1930 er Jahren zum evangeischen Glauben konvertieren, werden sie wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nazis verfolgt. Die zum zweiten Mal verwitwete Helene Simons wird vertrieben und zieht nach München in die Pension Royal in der Bayerstraße 25.

In den frühen Morgenstunden des 20. November 1941 wird sie mit 1000 weiteren Münchner Juden von Milberts hofen aus deportiert. Die Menschen müssen 50 Reichsmark für die „Reise kosten“ entrichten. Sie werden in das Ghetto Riga verschleppt und, da dieses bereits überfüllt ist, kurzfristig in die 1.338 Kilometer von München entfernte Festungsstadt Kaunas (russ. Kowno, dt. Kauen) in Litauen weitergeleitet. Als sie dort am 22. November eintreffen, ist auch dort kein Platz mehr für sie. Am 25. November 1941 werden alle 1000 Münchnerinnen und Münchner auf Befehl des SD Standarten führers Karl Jäger in Fort IX nordwestlich von Kaunas erschossen – darunter auch Helene Simons.
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