Heinrich Picard

* 13.03.1895 in München deportiert am 20.11.1941
ermordet in Kaunas am 25.11.1941
Herzog-Heinrich-Straße 5

Stolperstein verlegt am 27.06.2017


Heinrich Picard, geboren am 13.März 1895 in München, entstammte einer weitverzweigten angesehen Münchner Kaufmannsfamilie, die ein Anwesen in der Landwehrstraße 44 besaß – in dem sich der Geschäftsbetrieb, eine Woll- und Weißwarenhandlung mit 33 Angestellten, noch bis 1938 befand, bevor der Betrieb 'verkauft' wurde. Fanny Bloch, ihre Tochter und der Schwiegersohn mussten wenige Monate vor der Deportation nach Kaunas noch mehrfach umziehen und wohnten die letzten beiden Monate wieder im Anwesen in der Landwehrstraße 44, das zuvor der Kaufmannsfamilie Picard gehört hatte und welches eine Weile zum 'Judenhaus' geworden war.
Heinrich Picard wurde zusammen mit seiner Ehefrau Hansi Picard und deren Mutter Fanny Bloch am 20. November nach Kaunas deportiert und dort bei einer Massenerschießung am 25.November 1941 ermordet.
Das Haus in der Herzog-Heinrich-Straße 5, vor dem nur 6 Stolpersteine für die Familie Picard und das Geschwisterpaar Seligmann verlegt werden konnten, wurde zwischen 1939 bis 1941 von der Vereinigung der bayerischen Milchprüfringe gekauft – so ist es im Verzeichnis des Kommunalreferats über jüdischen Grund- und Hausbesitz, das online einsehbar ist, aufgeführt. Dieses Verzeichnis enthält eine Auflistung von rund 750 Grundstücken und Häusern, die zwischen 1938 und 1942 aus jüdischem Besitz verkauft wurden – in den wenigsten Fällen zu einem angemessenen Preis oder gar freiwillig.

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