Günther Baldauf

* 20.05.1923 in München gestorben in USA
Seestraße 8

Stolperstein verlegt am 12.11.2018


Das schöne Haus in der Seestraße Nummer 8 - ehemals Nummer 5 - ließ sich die Witwe des Archäologen Adolf Furtwängler (1853-1907) im Jahr 1908 erbauen. Als ihr Mann 1907 während einer Ausgrabung auf der Insel Ägina überraschend verstarb, waren die vier Kinder mit ihren Ausbildungen noch nicht fertig, und die Witwenpension sehr dürftig. Also nahm Maria Furtwängler das Angebot von James Loeb an, ihr für 280.000 Goldmark das Anwesen in der Maria-Josepha-Straße 8 abzukaufen; von einem Teil des Geldes ließ sie das sogenannte 'Rentehaus´ in unmittelbarer Nachbarschft zum vorherigen Besitz errichten.

1921 erwarb der Ingenieur Gustav Baldauf (*1880) dieses Anwesen, hatte im Erdgeschoss ein technisches Büro und eine Korbwarenherstellungsfirma und lebte hier mit seiner Familie. Seine Frau Margarete (*1894) hatte er 1918 Ende Dezember in Mannheim geheiratet, im Herbst 1919 wurde die Tochter Annemarie geboren und 1923 der Sohn Günther.

Im Zuge der starken Ausgrenzung, die jüdische Bürger seit 1933 erfuhren, nahm sich Gustav Baldauf im März 1935 vermutlich das Leben. Das ist aber nur eine Vermutung; Selbstmorde waren unter jüdischen Münchnern sehr häufig; jedoch wurden sie, wenn möglich, verschleiert, damit nicht alle Versicherungen erloschen und die Witwen ohne Einkommen waren.

Seine Witwe Margarete führte die Geschäfte bis Ende 1935 weiter. Ihre Tochter Annemarie schickte sie bereits 1936 nach New York und folgte ihr mit dem Sohn Günther im November 1938.
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