Georg Fischler

* 12.08.1908 in München deportiert 1939
ermordet in Stutthof am 17.03.1943
Baumstraße 4

Stolperstein verlegt am 14.10.2017


Georg Fischler wurde am 12.8.1908, als Sohn von Anna und Georg Fischler, in München geboren. Aus den Unterlagen ergibt sich als letzte Anschrift die Wohnung seiner Eltern im Erdgeschoss der Baumstraße 4 in München.

Welchen Beruf Georg Fischler ausgeübt hat, ist nicht ganz sicher: Im Einlieferungsbuch des KZ Stutthof ist er als „Hafner“ vermerkt. Wahrscheinlich war er aber Kaufmann; so steht es einerseits auf der Schreibstubenkarte Dachau, als auch im Münchner Stadtadressbuch von 1940. Es handelte sich vermutlich um eine Vertretung für ein Textil- und Wäscheunternehmen, welches auf den Namen der Mutter lief.

Die Einwohnermeldekarte der Stadt München vermerkt, dass er 1935 in Hamburg zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden sei. Im August 1935 wurde er in die Haftanstalt Hamburg Fuhlsbüttel überführt; dort befand sich seit 1933 in Haus 2 des Gefängniskomplexes das KZ Fuhlsbüttel.

Auf Veranlassung der Kripo München wurde Georg Fischler mit dem Haftgrund "Homosexuell § 175" in Dachau inhaftiert. „Schutzhaft“ haben die Nazis das genannt. Dieser Begriff geht auf die Weimarer Verfassung zurück und meinte eine auf höchstens zwei Tage befristete Verwahrung, mit der der Betroffene selbst geschützt werden oder eine bereits eingetretene oder unmittelbar bevorstehende Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung abgewehrt werden sollte. Die Nazis haben den Begriff Schutzhaft pervertiert und in dazu missbraucht, unliebsame Personen zeitlich unbegrenzt angeblich "zum Schutze des Reiches" in KZ zu verschleppen.

Als weitere Haft-Orte sind Mauthausen und Stutthof genannt, wo Georg Fischler am 17.3.1943 vermutlich an den Folgen der schweren Haftbedingungen im Alter von 34 Jahren starb.


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