Wilhelm Stern

* 29.05.1909 in München gestorben in München am 17.05.1937
Ickstattstraße 13

Stolperstein verlegt am 27.06.2017


ln der lckstattstraße 13 lebten bis 1939 drei jüdische Familien: die
Rosners, die Sterns und die Grünbaums.

Der Metzger, Kaufmann und Privatlehrer Abraham Adolf Stern und seine Ehefrau Henriette Lotte Stern stammen beide aus Galizien. 1904 zogen die beiden mit ihren 4 Kindern - Aron Armin, Regina, Moritz und Ella - nach München; Abraham Stern war damals 39, Henriette 30 Jahre alt.

Im ersten Jahr wohnten die Sterns im Unteren Anger und in der Lilienstraße und bekamen zwei weitere Kinder, Therese und Wilhelm. 1914 zog die inzwischen 8-köpfige Familie in eine größere Wohnung in die lckstattstraße 13 um, wo sie bis 1939 - also 25 Jahre lang - wohnte.

lm Dezember 1939 mussten die alten Eltern in die Reichenbachstraße umziehen. Am 10. Juni 1942 - Abraham war damals 78 Jahre alt, Henriette 69 - wurden die beiden nach Theresienstadt deportiert und wenig später im Vernichtungslager Treblinka ermordet. lhr jüngster Sohn Wilhelm war bereits am 17. Mai 1937 im Alter von 28 Jahren unter ungeklärten Umständen gestorben. Seinem Bruder Aron Armin gelang die Flucht nach ltalien, wo er sich verstecken konnte und überlebte.

Auch Ella Stern, die im März 1938 den ebenfalls aus Galizien stammenden Kaufmann Joseph Grünbaum geheiratet und im Jahr darauf ein Töchterchen - Miriam - bekommen hatte, wohnte bei ihren Eltern in der lckstattstraße 13. Wie Ellas Bruder Aron Stern, versuchte auch die junge Familie Grünbaum nach ltalien zu fliehen, wurde aber auch dort von den Nazis gejagt und in Frankreich in das berüchtigte Sarnmellager Drancy unweit von Paris gebracht.

Am 2. September 1942 wurden Joseph, Ella und Miriam nach Auschwitz deportiert und zwei Tage später sofort nach ihrer Ankunft ermordet. Miriam war damals erst 3-einhalb Jahre alt - und gehört zu den rund 6.000 jüdischen Kindern und 59.000 jüdischen Erwachsenen, die allein von Drancy aus nach Polen in die Todeslager der Nazis verschleppt und dort ermordet wurden.
Diskurs Initiative Stolpersteine Kontakt